Assistenzsystem entwickelt

Assistenzsystem entwickelt

Mit dem Smartphone barrierefrei navigieren. Foto GENIAALMobil

Mit dem Smartphone barrierefrei navigieren. Foto GENIAALMobil

Verbundprojekt GENIAAL Mobil präsentiert erste Ergebnisse im Rahmen ihrer Kooperation für mehr Mobilität alternder Menschen.

Seit Frühjahr 2012 gibt es in Braunschweig eine Kooperation zwischen Wirtschafts- und Verkehrsbetrieben, der Johanniter-Unfall-Hilfe und Instituten der TU Braunschweig sowie der Medizinischen Hochschule Hannover. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung eines Assistenzsystems für hilfsbedürftige Menschen, das zum einen ihre Mobilität erhöhen und zum anderen sozialer Isolation entgegenwirken soll. Hintergrund des Zusammenschlusses ist eine Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit dem Titel „Mobil bis hin ins hohe Alter“. Gefördert wird das Projekt auch von der Landesinitiative Niedersachsen Generationengerechter Alltag und der Taxenzentrale in Braunschweig.

Mit APP barrierefrei unterwegs

Das Assistenzsystem umfasst einerseits eine mobile App, eine Web-Anwendung und andererseits eine Service-Säule, über die sich die Nutzer ihre Wege zu einem bestimmten Ziel planen lassen können. Neben Taxis, die über einen Button angefordert werden können, können auch Busse und Straßenbahnen dabei mit eingeplant werden. Eine Fußgängerroutenplanung kann den Bedürfnissen des Nutzers angepasst und ein eigenes Profil angelegt werden, in dem zum Beispiel die Nutzung eines Rollstuhls oder Rollators hinterlegt wird. Mit diesen Informationen plant das System einen barrierefreien Weg zu einem bestimmten Ziel und hilft bei der Navigation. Zudem können Nutzer im Bedarfsfall über die App ganz einfach Kontakt zur Leitstelle der Johanniter aufnehmen, die den Nutzer auch über eine Ortungsfunktion ausfindig machen kann.

Sitzbänke, Apotheken oder barrierefreie Einkaufsmöglichkeiten – alles per App abrufbar

Routen werden so dargestellt, dass zum Beispiel Apotheken, Sitzbänke, Geschäfte mit dem Zertifikat „Generationenfreundliches Einkaufen“, beleuchtete Wege und Toiletten angezeigt werden. Das offizielle „Go“ für das neue System, das gemeinsam mit hilfsbedürftigen Menschen entwickelt und getestet wird, ist für Januar 2015 vorgesehen. Voraussetzung für die Nutzung ist ein Smartphone. Weil viele ältere Menschen jedoch noch keinen Zugang dazu haben, sind auch Service-Säulen an öffentlichen Plätzen eingeplant. Zudem werden die zukünftigen Anwender aktuell speziell zur Handhabung geschult.