Gesetz stärkt Demenzkranke

Gesetz stärkt Demenzkranke

Die Pflege von Angehörigen mit Demenz gehört zu den schwierigsten Aufgaben in der Versorgung älterer Personen. Angehörige, die einen Menschen betreuen, der an Alzheimer oder Demenz leidet, müssen nicht nur psychisch damit zurechtkommen, dass der Partner, die Mutter oder der Vater sich an Namen, Ereignisse oder ganz alltägliche Dinge nicht mehr erinnern kann und einem zunehmenden Vergessen anheimfällt. Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf wird es für Pflegepersonen immer schwieriger, Demenzkranke gut zu versorgen, weil der Pflegeaufwand erheblich ansteigt.

 

Für Demenzkranke: Mehr Gerechtigkeit in der Pflege

 

Das Pflegestärkungsgesetz (PSG), das als Reform der Pflegeversicherungen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels Verbesserungen in der Pflege zum Ziel hat, soll auch die Versorgung von Demenzkranken erleichtern. Wurde in seinem ersten Teil vor allem die Förderung von barrierefreiem Wohnungsbau ausgebaut, richtet sich der im November 2015 verabschiedete zweite Teil auf pflegebedürftige Demenzkranke und deren Familien. Die Novelle führe zu mehr Gerechtigkeit in der Pflege mit Blick auf Menschen, die an Demenz leiden und Angehörige, die sie versorgen, begrüßte unter anderem die Deutsche Alzheimer Gesellschaft das Gesetzesvorhaben.

 

Anrecht auf Gelder aus der Pflegeversicherung auch bei kommunikativen und kognitiven Einschränkungen

 

Die wichtigste Neuerung dabei: Der Begriff „Pflegebedürftigkeit“ wird nicht nur auf körperliche Gebrechen angewandt, sondern auch bei Einschränkungen der kommunikativen und kognitiven Fähigkeiten sowie bei psychischen Problemlagen. Damit eröffnet sich Menschen mit Demenz die Chance auf eine gesetzlich garantierte geduldige Begleitung und sichere Kommunikation, lobt der Verband. Das Pflegestärkungsgesetz zielt auf den gleichberechtigten Zugang von Pflegebedürftigen zu Leistungen aus der Pflegeversicherung. Außerdem wird die Altersversorgung von pflegenden Angehörigen gestärkt.

 

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft geht davon aus, dass aktuell etwa eineinhalb Millionen Menschen mit Demenz leben. Bis 2050 wird ihre Zahl Schätzungen zufolge auf drei Millionen ansteigen.