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01.05.2013 10:05 Uhr

Hoher Finanzbedarf

Der demographische Wandel ist für deutsche Kommunen, kommunale Unternehmen und soziale Organisationen eine der großen Herausforderungen der Zukunft: Bis 2030 müssen sie 53 Mrd. EUR für den Abbau von Barrieren in der Infrastruktur investieren. Dies geht aus der Studie "Altengerechter Umbau der Infrastruktur: Investitionsbedarf der Städte und Gemeinden" hervor, die das Deutsche Institut für Urbanistik im Auftrag der KfW erstellt hat und die erstmalig konkrete Investitionsbedarfe der Kommunen enthält.

 

Besonders hoch ist der Bedarf in den Bereichen kommunale Wohngebäude (21,1 Mrd. EUR), öffentlicher Personennahverkehr (15 Mrd.) sowie Straßen und Wohnumfeld (13,3 Mrd.). Zudem werden Mittel vor allem in den Bereichen Sportstätten (1,65 Mrd.), Pflegeeinrichtungen (780 Mio.), Gesundheit (730 Mio.), Verwaltungsgebäude (610 Mio.) und Kultureinrichtungen (140 Mio.) benötigt. "Kommunen und kommunale Unternehmen stehen vor der besonderen Herausforderung, neben der Energiewende und ihren sonstigen Aufgaben auch den Abbau von Barrieren in der Infrastruktur zu meistern. Nur mit ausreichender Unterstützung können insbesondere finanziell schwache Kommunen gewährleisten, dass die älter werdende Bevölkerung weitgehend uneingeschränkt am öffentlichen Leben und an den Angeboten der Kommune teilnehmen kann", sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe.

 

Sämtliche Städte und Gemeinden, die an der Befragung teilgenommen haben, sehen Handlungsbedarf für das Zukunftsthema "demographischer Wandel". Tatsächlich wird im Jahr 2030 bereits knapp ein Drittel der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein, rechtzeitige Investitionen sind daher unabdingbar. Vom demographischen Wandel sind im besonderen Maße ländliche Regionen betroffen. So wird in einer beachtlichen Zahl von Regionen der Anteil der Über-Sechzigjährigen zwischen 2005 und 2025 um mehr als 40 Prozent ansteigen. Besonders stark werden weiterhin ländliche Regionen Ostdeutschlands, Südniedersachsen, das Ruhrgebiet und das Saarland sowie Umlandregionen von Ballungsräumen altern. Nach Aussage von Kommunalvertretern ist bisher nur ein geringer Teil der Bereiche Gebäude (20 %), Zugänge zum öffentlichen Personennahverkehr (63 %) sowie Straßen und Wohnumfeld (50 %) barrierefrei.

 

Hauptgrund für dieses Defizit seien fehlende finanzielle Mittel. Im Rahmen des Förderprogramms "Barrierearme Stadt" bietet die KfW den Kommunen sowie kommunalen und sozialen Unternehmen seit 01. September 2012 besonders zinsverbilligte Darlehen an, um Barrieren im öffentlichen Raum zu reduzieren. In ihrer wohnwirtschaftlichen Förderung unterstützt die KfW bereits seit 2009 mit dem Programm "Altersgerecht Umbauen" Maßnahmen in Wohngebäuden und im Wohnumfeld für das komfortable barrierefreie Wohnen mit zinsgünstigen Krediten. (red)



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