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01.05.2013 10:05 Uhr

Neu erschienen

Titel Handbuch und Planungshilfe barrierefreies BauenNein, es geht längst nicht mehr um „benachteiligte Randgruppen“. Der Begriff des „Behindertseins“ habe sich mittlerweile geöffnet, zeigt sich Herausgeber Philipp Meuser in seinem Plädoyer für eine Selbstverständlichkeit im barrierefreien Planen und Bauen überzeugt. Er spricht sich aus für eine Sichtweise, die eher die komfortable Lebensgestaltung für alle Menschen in jedem Alter und in jeder körperlichen Verfassung in den Vordergrund rückt, als für eine Bauweise ausgerichtet einzig auf die Bedürfnisse von Menschen mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen. Denn Behinderung kann auch situativ sein, nämlich dann, wenn man mit Gepäck beladen oder mit einem Kinderwagen unterwegs ist. Für Meuser soll Barrierefreiheit eine Selbstverständlichkeit sein: „Barrierefreies Bauen bedeutet, unsere von Menschenhand geschaffene Welt vom öffentlichen Bürgersteig über das private Haus bis zur intimen Schlafzimmerbeleuchtung – so anzulegen, dass sie allen Menschen unabhängig von ihrer jeweiligen körperlichen Verfassung oder ihrem Alter ohne fremde Hilfe und uneingeschränkt offensteht.“

 

Meuser spricht in dieser Konsequenz von menschengerechtem Bauen und steht damit in einer individualistischen Tradition, die letztendlich auch den Abschied vom traditionellen Familienbild impliziert, weil sie den Menschen in die Lage versetzen soll, in jeder Situation ohne fremde Hilfe zurecht zu kommen. Bei der steigenden Anzahl von Singlehaushalten in jedem Alter und mit Blick auf die demographische Entwicklung ist diese Sichtweise letztlich auch pragmatisch. Doch was bedeutet das für den Planer und Architekten von heute, fragt sich Meuser. Es geht darum, eine Baukultur zu schaffen, „die nicht nur an Mindesttürbreiten orientiert ist, sondern Wohnraum hervorbringt, der seinen Bewohnern in allen Lebenslagen und Lebensphasen entspricht.“ Wohnraum soll so konzipiert sein, dass Grundrisse zu einem späteren Zeitpunkt veränderbar sind und Nachrüstungen ohne Aufwand möglich sind.

 

Mit dem „Handbuch und Planungshilfe Barrierefreies Bauen“ hat Philipp Meuser ein Standardwerk vorgelegt, das sich umfassend, anschaulich und durchdacht einem Trend widmet, der heute schon und in Zukunft die Baugestaltung in öffentlichen und privaten Räumen entscheidend mitprägen wird. Dass man dazu das Rad, spricht die Architektur, nicht neu erfinden muss, zeigt das Handbauch anschaulich in Essays über ausgewählte positive Umsetzungsbeispiele barrierefreier Architektur und Planung in Europa für öffentlich zugängliche Bauten und den öffentlichen Raum - vom Museum über das Schwimmbad bis hin zur Stadthalle, den Kirchplatz oder Festungsanlagen. Große ansprechende Fotografien und detailreiche Zeichnungen leiten den Leser durch ideenreiche und ansprechende architektonische Lösungen für eine Bauweise, die unabhängig von Lebensphasen und körperlichen Voraussetzungen Zugang ermöglicht und dabei noch ästhetisch attraktiv ist. Grundlage dabei: Die DIN 18040 Teil 1, die komplett im Handbuch abgedruckt ist und in einem übersichtlichen Vergleich ihrer Vorgängernorm DIN 18024-2 gegenübergestellt wird. Schließlich wird in einem illustrierten Kommentar Barrierefreiheit anhand von zehn typischen räumlichen Situationen demonstriert und erklärt, worauf es in der Planung für den Architekten ankommt. Die Gestaltung von Bewegungsflächen, Übergängen zwischen Innen und Außen, Rampen, Treppen, Aufzügen, Türen, Fenstern, Sanitäranlagen, Schaltern und Pkw-Stellplätzen gehört zu den klassischen Herausforderungen, wenn es darum geht, Barrierefreiheit herzustellen. Das Handbuch vermittelt hierbei mit zahlreichen positiven wie negativen Beispielen, festgehalten in Fotografien und planerischen Darstellungen, die Sichtweise und Problemlagen, die Architekten bei der Planung beachten müssen.

 

Wer sich als Architekt dem Thema „Barrierefreiheit“ widmet, kommt an diesem neuen Standardwerk nicht vorbei. Dem Herausgeber Philipp Meuser ist es gelungen, eine verständliche und hilfreiche Darstellung von barrierefreiem Planen und Bauen vorzulegen, die die Beschäftigung mit einer eher trockenen Materie wie einer Baunorm zu einem spannenden Ausflug in zukunftsweisende Architektur macht. Man darf gespannt sein auf den zweiten Band, der sich mit der DIN 18040-2 befasst. Philipp Meuser (Hrsg.): Barrierefreies Bauen: DIN 18040-1 Handbauch und Planungshilfe, 408 Seiten, über 500 Abbildungen, DOM Publishers 2012. 78 Euro



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