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16.10.2014 07:37 Uhr

Studie zu barrierefreiem Wohnen

Kaum eine Untersuchung zu Thema kommt zu anderen Ergebnissen: Ältere Menschen wollen im Alter möglichst in ihrem gewohnten Lebensumfeld bleiben. Dazu sind sie eher bereit, gezielte bauliche Veränderungen vorzunehmen als umfassend barrierefrei umzubauen. Das ergibt jetzt auch die zweite repräsentative und bundesweite Umfrage unter 1.017 Wohneigentümern des Bauherren-Schutzbundes e.V. und des Verbands Wohneigentum e.V. in Kooperation mit dem Institut für Bauforschung e.V. Der Titel der daraus entstandenen Studie lautet: „Wohnwünsche und barrierearmer Wohnkomfort.“

Ziel der Studie war, das Interesse an altersgerechtem Wohnen zu quantifizieren, herauszufinden, was die Befragten über die Themen wissen oder wissen möchten, warum umgebaut wird, wie der Umbau abläuft und welche Probleme dabei auftauchen. Nach der Erstauflage der Studie im Jahr 2010 zielt die neue im Jahr 2014 vor allem darauf, den Stellenwert barrierearmen Wohnens bei Wohneigentümern einschätzen zu können und Entwicklungen festzustellen. Ein typisches Bild: Rentenbezieher in Ein- oder Zweifamilienhaus, größtenteils im Wohneigentum, das vor 1978 errichtet wurde. Oftmals fehlt es in diesen Gebäuden mit vergleichsweise hoher Quadratmeterzahl pro Person an stufenlosen Zugängen. Das Wohnen findet in den meisten Fällen auf mehreren Etagen statt.

90,27 Prozent der Befragten planen, so lange wie es geht in ihrem eigenen Haus oder ihrer eigenen Wohnung zu bleiben. Im Widerspruch dazu wollen jedoch nur etwa 20,06 Prozent ihren Wohnraum barrierefrei umgestalten. Eine Nachrüstung kommt für 25,27 Prozent in Frage, ein Umbau mit Grundrissänderung dagegen nur für 15,04 Prozent. Eine Wissenslücke über den Wohnkomfort im Alter gibt es vor allem bei den jüngeren Teilnehmern an der Studie. Dagegen hat sich ein großer Teil der Älteren bereits mit barrierefreiem Wohnen auseinandergesetzt, vor allem, weil sie fürs Alter vorsorgen möchten.

16 Prozent der befragten haben bereits ihren Wohnraum barrierefrei angepasst, 7 Prozent planen dies in näherer Zukunft. Meist werden zwingende Maßnahmen, zum Beispiel durch einen veränderten Gesundheitszustand aus eigenen finanziellen Mitteln gestemmt. Gründe dafür sind auch fehlende Informationen über das Thema. Zwar stiegen im Vergleich zur Studie 2010 die Gesamtinvestitionen von 7,32 auf 8,96 Millionen Euro. Doch nur etwa zweieinhalb Prozent der Befragten erhielten dafür Fördermittel. Vor diesem Hintergrund bewertet es der Bauherren Schutzbund e.V. als positives Signal, dass die KfW den Zuschuss im Programm „Altersgerecht umbauen“ als „überfälliges Signal.“ Zudem müsse auch der barriereduzierende Umbau von Bestandsgebäuden in gewachsenen sozialen Strukturen weiter gefördert werden. (red)



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