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01.05.2013 10:05 Uhr

Studie zum Wohnen im Alter

Die Deutschen bevorzugen Wohnformen, in denen sie ihren Lebensabend aktiv und unabhängig gestalten können – am liebsten weiter in den eigenen vier Wänden. Dies ergab eine repräsentative Befragung von Bürgern im Alter von 50 bis 65 Jahren, die TÜV Rheinland Anfang 2011 durchgeführt hat. Demnach spielt in den Planungen das klassische Altersheim mit Rundumversorgung keine Rolle mehr.

 

66 Prozent der Befragten möchten ihren Lebensabend in der derzeitigen Wohnung verbringen und 24 Prozent interessieren sich für den Umzug in eine seniorengerechte Wohnung. „Dabei sind mit steigendem Einkommen die Vorlieben für seniorengerechte Wohnangebote deutlich stärker ausgeprägt“, fasst Pascal Klein, Experte für Bau und Immobilien bei TÜV Rheinland die Ergebnisse zusammen. Eine herausragende Bedeutung hat in den Planungen der Befragten die Nahversorgung: Für 40 Prozent ist die gute Erreichbarkeit von Ärzten, Geschäften und kulturellen Angeboten wichtig, für weitere 50 Prozent sogar sehr wichtig. „Der Wunsch nach einer aktiven Gestaltung des Lebensabends beeinflusst immer mehr auch die Anforderungen an die eigene Wohnung“, so Pascal Klein.

 

Im Rahmen der repräsentativen Studie, die bundesweit Anfang 2011 mit 1.000 Teilnehmern statt fand, wurden auch Kriterien wie Komfort, Sicherheit und Nachhaltigkeit abgefragt. Dabei war der Aspekt einer komfortablen Wohnung für 62 Prozent der Befragten von Bedeutung. Allerdings legten die Befragten noch mehr Wert auf Kriterien wie Sicherheit, optional buchbare Serviceleistungen sowie auf die Barrierefreiheit der Wohnung. „Bemerkenswert ist, dass einer energieeffizienten und nachhaltigen Bauweise eine vergleichsweise hohe Bedeutung beigemessen wird“, sagt Klein. Insgesamt 78 Prozent der Teilnehmer bewerteten diesen Aspekt mit „wichtig“ bzw. „sehr wichtig“. Ein weiteres Ergebnis: Nur acht Prozent der Befragten wollen sich gar nicht mit der Problematik des Wohnens im Alter auseinander setzen. Dahingegen sieht schon mehr als jeder Fünfte das Thema als relevant an und will sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren mit seniorengerechten Wohnformen befassen.

 

„Eine steigende Nachfrage nach spezifischen Wohnangeboten wird uns auch aus der Bauwirtschaft gemeldet“, sagt Klein. „Hier erkennen viele Unternehmen die Vorteile einer langfristigen, im Idealfall lebenslangen Mieterbindung.“ Aber auch Erwerber von Eigentumswohnungen denken mittlerweile langfristig und berücksichtigen bei ihren Planungen, ob die Wohnung auch im Alter geeignet ist. Dabei können Zertifikate eine wichtige Hilfe zur Kaufentscheidung für den Alterswohnsitz sein. 52 Prozent der Befragten würden eine Prüfung durch einen unabhängigen Fachmann als Entscheidungskriterium heranziehen. TÜV Rheinland bietet hierzu eine neutrale Bewertung im Rahmen einer neuen Zertifizierung an. Dabei werden Wohnungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser, aber auch komplette Wohnsiedlungen nach einem speziellen Kriterienkatalog unter die Lupe genommen. „Mit dem Zertifikat können Vermarkter von Wohnungsangeboten die Zukunftssicherheit ihrer Immobilie gegenüber Mietern und Käufern unterstreichen“, erklärt Klein. (red)

 

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