Hier finden Sie den Spezialisten für barrierefreies Bauen und Wohnen in Ihrer Region!
Mit Eingabe Ihrer Postleitzahl finden Sie hier alle Berater, Planer und Handwerker für barrierefreies Bauen und Leben in Ihrer Region:
PLZ
Förderung barrierefreier Bauvorhaben
Sie sind Bauherr, Arbeitgeber oder Betroffener und suchen nach der für Sie passenden Förderung ihres barrierefreien Bauvorhabens? Dann sind Sie hier genau richtig. Unser „Förderrechner“ hilft Ihnen bei der Suche nach geeigneten finanziellen Hilfen, auf Ihre Situation abgestimmt.
Zum Förderrechner
Aktuelle Nachrichten Alle Nachrichten
15.11.2014 10:32 Uhr

Studie zur Teilhabe

Eine große Umfrage zur Inklusion hat jetzt die Bundesvereinigung Lebenshilfe vorgelegt. Die Studie komme mit Blick auf die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben zum Ergebnis, dass der Weg dorthin noch weit sei. Die repräsentative Allensbach-Umfrage erfasst die Situation fünf Jahre nach dem In-Kraft-Treten der UN-Behindertenrechtskonvention. Danach habe etwa jeder fünfte Bürger Kontakt zu geistig behinderten Menschen in der Familie, dem Verwandten- oder Bekanntenkreis. In der Bevölkerung sei die Behindertenrechtskonvention weitgehend unbekannt. 22 Prozent der Befragten gaben an, von der Konvention gehört zu haben. Im Mai 2011 waren das noch 14 Prozent.

Menschen mit geistiger Behinderung werden von den Teilnehmern der Befragung in erster Linie als „hilfsbedürftig“ wahrgenommen. 57 Prozent bezeichnen sie als „lebensfroh“, 56 Prozent als „ausgegrenzt“. Auch der Begriff „Mitleid“ werde häufig mit behinderten Menschen in Verbindung gebracht. Jeder zweite denkt an Berührungsängste. Nur wenige glauben, dass Menschen mit geistiger Behinderung „selbstständig“ oder „gut integriert“ seien. Weitaus positiver fällt dieses Urteil bei Menschen aus, die Personen mit geistiger Behinderung kennen.

Weit verbreitet sei die Einschätzung, dass geistig behinderte Menschen nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Allenfalls in den Bereichen Sport oder Kultur glauben 19 Prozent, sei eine Teilhabe uneingeschränkt möglich. Im schulischen Bereich oder im Arbeitsleben dagegen könnten geistig behinderte Menschen nach Angaben von nur vier bis neun Prozent der Befragten ohne Einschränkungen teilhaben. Von einer von vorneherein ausgeschlossenen Teilhabe gehen 18 bis 28 Prozent aus.

Zwar habe sich die persönliche Situation von Menschen mit geistiger Behinderung durchaus positiv entwickelt. Der Weg zu einer umfassenden gesellschaftlichen Teilhabe sei jedoch noch weit, bekräftigt Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundestagsvizepräsidentin. Sie fordert, das im Koalitionsvertrag vereinbarte Bundesteilhabegesetz noch in dieser Legislaturperiode zu verabschieden. Die darin vorgesehene Entlastung der Kommunen in Höhe von fünf Milliarden Euro jährlich müsse dazu verwendet werden, die Teilhabe von behinderten Menschen zu verbessern.

Thema in der Allensbach-Umfrage war auch die Diskussion um Inklusion von Kindern mit geistiger Behinderung in Schulen. Die Bevölkerung insgesamt und vor allem Eltern mit schulpflichtigen Kindern hätten Zweifel daran, dass Schulen ausreichend für die Aufnahme von Menschen mit Behinderung vorbereitet sind. 71 Prozent vertreten die Einschätzung, dass ein Besuch einer Förderschule für Kinder mit geistiger Behinderung am besten sei. Entscheiden darüber sollten letztlich die Eltern.

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe spricht sich vor diesem Hintergrund für eine Erhaltung des Förderschulsystems aus, so lange die pädagogischen und personellen Rahmenbedingungen nicht stimmen, um Eltern eine Wahlmöglichkeit zu erhalten. Mittelfristig solle aber eine Schule für alle Kinder Normalität werden. (red)



)