Wohnumfeld bei Demenz gestalten

Wohnumfeld bei Demenz gestalten

Menschen mit Demenz brauchen Geborgenheit und Sicherheit in ihrem privaten Wohnumfeld. Etwa 70 Prozent der Patienten, die an einer Demenz erkrankt sind, leben alleine oder werden zuhause von Angehörigen betreut. Das sind allein in Rheinland-Pfalz rund 50.000 Personen, schätzt die dortige Landesberatungsstelle „Barrierefrei Bauen+Wohnen“. Sie macht darauf aufmerksam, dass eine an die Bedürfnisse von Demenzerkrankten angepasste Wohnung zur Selbstständigkeit und Sicherheit beitragen kann und unter Umständen mit dem passenden Lebensumfeld ein Umzug in ein Altenheim oder eine Einrichtung für Demenzkranke verzögert oder vermieden werden kann.

Farben helfen bei der Orientierung von dementiell veränderten Personen

 

Geborgenheit und Orientierung lauten dabei die Maximen für ein barrierefreies Wohnumfeld, das sich an den Bedürfnissen von Menschen mit Demenz orientiert. Die Experten der Landesberatungsstelle empfehlen zum Beispiel eine helle Ausleuchtung von dunklen Bereichen in der Wohnung, weil dadurch Ängsten und Unsicherheiten vorgebeugt werde. Warme Farben sorgen für Behaglichkeit und Orientierung zugleich. Eine farblich gestaltete Tür zum Beispiel erleichtert das Auffinden der Toilette. Essgeschirr und Besteck in Signalfarben trägt zur Nahrungsaufnahme bei. Gleichzeitig wird durch eine barrierefreie Gestaltung des Wohnumfeldes das Sturzrisiko erheblich reduziert. Weil an Demenz erkrankte Menschen am ehesten zu Beginn ihrer Erkrankung mit Veränderungen umgehen können, sollten Wohnumfeld gestaltende barrierefreie Umbauten recht frühzeitig mit Blick auf den Krankheitsfortschritt erfolgen. So gewöhnen sich Demenzpatienten in einem frühen Krankheitsstadium eher an eine bauliche Situation zum Beispiel nach einer Umgestaltung des Badezimmers oder den Umzug des Schlafzimmers vom ersten Stock ins Erdgeschoss.

Das Wohnumfeld auf zunehmende Hilfsbedürftigkeit einstellen

 

Für mehr Sicherheit von dementiell veränderten Patienten sorgen auch Temperaturbegrenzer, Sicherheitsschalter oder Wasser- und Rauchmelder. Die Vermeidung von Stolperfallen, der bodengleiche Ausbau einer Dusche, eine gute Ausstattung mit Haltegriffen gehören darüber hinaus zur Sturzprävention, um Menschen mit Demenz zu einem dauerhaften Verbleib in ihrer Wohnung zu verhelfen. So lässt sich das Wohnumfeld auf die zunehmende Hilfsbedürftigkeit, die mit der Alterserscheinung einhergeht, vorsorgend einstellen.

 

Ideen für eine barrierefreie Gestaltung des Wohnumfelds finden Sie hier