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Rheuma

Rheuma beschränkt sich nicht auf ein einheitliches Krankheitsbild, sondern es umfasst eine Vielzahl von Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparates, also der Knochen, der Gelenke, der Muskulatur, der Sehnen und der Bänder. Die verschiedenen rheumatischen Erkrankungen werden nach einer immer noch gängigen Klassifikation in einen entzündlichen Rheumatismus, degenerativen Rheumatismus und einen extra-artikulären Rheumatismus unterteilt.

 

Unter dem entzündlichen Rheumatismus sind einige Systemerkrankungen zusammengefasst, wobei die Ursache dieser Erkrankungen letztlich noch nicht bis ins Detail abgeklärt ist. Hierzu gehört die rheumatoide Arthritis (PcP), verschiedene Kollagenosen sowie die seronegativen Erkrankungen, wie der Morbus Bechterew, die Psoriasis-Arthritis, der Morbus Reiter und die enteropathische Arthritis. Betroffen ist überwiegend der Bewegungs- und Stützapparat und somit der gesamte Organismus. Zum einen werden überwiegend die peripheren Gelenke, vor allem der Füße und der Hände betroffen, zum anderen überwiegend die Wirbelsäule (z.B. Morbus Bechterew).

 

Die Krankheitsbilder verlaufen in Schüben, wobei es mit jedem Schub zu einer zunehmenden Zerstörung der Gelenke und/oder Einsteifung der Wirbelsäule kommen kann. Der degenerative Rheumatismus ist sicherlich die häufigste Erkrankung des Bewegungs- und Stützorgans. Es handelt sich hierbei um den Verschleiß, der das altersphysiologische Maß überschreitet. Es entstehen Arthrosen im Bereich der peripheren Gelenke sowie Chondrosen, Osteochondrosen, Spondylosen, Spondylathrosen der Wirbelsäule, die nicht selten mit Bandscheibenschäden in einem oder mehreren Segmenten einher gehen. Es kommt zu rezidivierenden schmerzhaften Bewegungseinschränkungen und Belastungsminderungen, verbunden mit chronischen rezidivierenden Nerven- und Muskelreizerscheinungen, wobei unter Umständen auch gravierende neurologische Ausfallerscheinungen auftreten, wenn neurologische Strukturen dauerhaft beeinträchtigt werden.

 

Der extra-artikuläre Rheumatismus, in der Literatur auch unter dem Sammelbegriff des Weichteilrheumatismus zusammengefasst, umfasst Veränderungen der Sehnenansätze, der entsprechenden Muskelgruppen, der Sehnenscheiden sowie der Bänder und der Schleimbeutel. Zum Teil liegen entzündliche, zum Teil degenerative Prozesse zugrunde. Teilweise handelt es sich auch um Überlastungsstörungen, vor allem an den Sehnenansätzen. Funktionseinbußen resultieren überwiegend aus schmerzhaften Reizzuständen und schmerzhaften Bewegungseinschränkungen.

 

Die verschiedenen rheumatischen Erkrankungsformen des Bewegungs- und Stützapparates führen letztlich zu schmerzhaften Bewegungs- und Belastungsminderungen, zur Einsteifung der Wirbelsäule und Gliedmaßengelenke sowie vor allem beim entzündlichen Rheumatismus zu Gelenkdestruktionen und Fehlstellungen, wodurch nicht nur die Gliedmaßen, sondern auch die Wirbelsäule ihre zugedachte Funktion nicht mehr voll ausüben können. Das Gehvermögen ist ebenso eingeschränkt, wie Greiffunktionen und Feinmotorik der oberen Gliedmaßen. Bei Erkrankungen der Wirbelsäule in fortgeschrittenen Stadien ist ein dauernder Wechsel zwischen Sitzen, Stehen, Gehen und Liegen notwendig.

 

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