Was ist ein Pflegetagebuch?
Skizze eines Pflegetagebuchs

Was ist ein Pflegetagebuch?

Skizze PflegetagebuchWenn Sie Ihren Angehörigen zu Hause pflegen ist es sinnvoll, vor dem Besuch des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) ein Pflegetagebuch zu führen, in dem Sie alle Hilfeleistungen notieren. Es hilft betreuenden und pflegenden Angehörigen dabei, die Situation in Ruhe zu reflektieren und dem Gutachter, sich ein genaues Bild von der Situation – auch von den u. U. notwendigen barrierefreien Umbauten zu machen.

Welche Informationen enthält ein Pflegetagebuch?

 Das Pflegetagebuch beantwortet im Idealfall eine ganze Reihe von Fragen, wie zum Beispiel:
  • Wie läuft die tägliche Pflege ab?
  • Welche Abläufe oder welche Dinge müssen dem Pflegebedürftigen – ggf. wiederholt – erklärt werden?
  • Welcher Teil der Betreuung oder der Pflege ist ganz besonders schwer zu bewerkstelligen?
  • Warum ist es auch Ihrer Sicht wichtig, den oder die Pflegebedürftige zu begleiten, auch wenn sie Dinge noch eigenständig erledigen kann?
  • Gibt es Dinge, wie zum Beispiel ein Körpergewicht über 80 Kilogramm, körperliche Einschränkungen, unkontrollierte Bewegungen, eingeschränkte Sinneswahrnehmungen oder ähnliches?
  • Wie sehen die räumlichen Verhältnisse aus?
  • In welchen Wohnbereichen gibt es bauliche Hindernisse bei der Pflege?

Gutachten durch den MDK – ein betreuuender Angehöriger sollte dabei sein

Wichtig in jedem Fall ist, dass Sie als pflegender Angehöriger bei der Begutachtung dabei sind. Ein Pflegetagebuch finden Sie zum Beispiel auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums. Die Pflegekasse informiert spätestens fünf Wochen nach Antragstellung über das Ergebnis der Begutachtung mit einem schriftlichen Bescheid. Das MDK-Gutachten können Sie ebenfalls anfordern. Daran lässt sich nachvollziehen, welche Zeitanteile der Gutachter für welche Hilfestellungen angerechnet hat. Sollten Sie mit dem Ergebnis der Begutachtung nicht einverstanden sein, können Sie gegen die Entscheidung der Pflegekasse innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Sofern sich der Gesundheitszustand verschlechtert, kann eine Zuordnung zu einer höheren Pflegestufe beantragt werden.