Was sind Pflegegrade?

Was sind Pflegegrade?

Um die Pflegebedürftigkeit nach ihrer Schwere einordnen zu können und die Leistungen der Pflege- und/ oder der Krankenkasse festzulegen, werden Menschen mit Hilfsbedarf nach einer Beurteilung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) in Pflegegrade eingestuft. Vor der Pflegereform 2017 sprach man in diesem Zusammenhang von Pflegestufen.

Was genau sind Pflegegrade und welche Leistungen sind damit verbunden?

Pflegegrad 1

Im Pflegegrad 1 hat der Pflegebedürftige eine geringe Beeinträchtigung seiner Selbständigkeit oder seiner Fähigkeiten.

Im MDK-Gutachten erreicht er 12,5 bis 27 Gesamtpunkte.

Der Pflegegrad 1 ist die niedrigste Stufe der Pflegebedürftigkeit. Sie kommt nach der Pflegereform auch für Menschen in Frage, die die Grundbedingungen für die bis 2016 gültige Pflegestufe 0 nicht erfüllt haben. Danach haben mit Einführung des Pflegestärkungsgesetzes auch sie ein Anrecht auf eine Unterstützung der Pflegeversicherung. Zugute kommen soll das vor allem Menschen mit Demenz.

Bei Pflegegrad 1 zahlt die Pflegekasse für ambulante Betreuung 125 Euro, für stationäre Pflege 125 Euro.

 

Pflegegrad 2

Im Pflegegrad 2 liegen erhebliche Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten vor, 27 bis zu 47,5 Gesamtpunkte im MDK-Gutachten wurden dokumentiert.

In den Pflegegrad 2 wurden Menschen mit Pflegestufe 0 und der Pflegestufe 1 ohne eingeschränkte Alltagskompetenz überführt.

Leistungen der Pflegekasse bei Pflegegrad 2 liegen bie Pflegegeld in Höhe von 316 Euro bzw. Pflegesachleistung in Höhe von 689 Euro. Zudem wird für ambulante Betreuung ein Betrag von 125 Euro gezahlt, für die stationäre Pflege 770 Euro.

 

Pflegegrad 3

Liegen schwere Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten vor und werden 47,5 bis unter 70 Gesamtpunkte im MDK-Gutachten dokumentiert, liegt Pflegegrad 2 vor.

In Pflegegrad 3 wurden die Personen eingestuft, die bis Ende 2016 in Pflegestufen 1 (mit eingeschränkter Alltagskompetenz) und 2 (ohne eingeschränkte Alltagskompetenz) eingeordnet waren.

Leistungen der Pflegekasse bei Pflegegrad 3 liegen bei

– Pflegegeld: 545 Euro

– Pflegesachleistung: 1298 Euro

– Zusätzliche ambulante Betreuung: 125 Euro

– stationäre Pflege: 1262 Euro

 

Pflegegrad 4

Menschen in Pflegegrad 4 weisen schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten auf.

70 bis unter 90 Gesamtpunkte

Wer bis Ende 2016 die Pflegeleistungen der Pflegestufe 2 (mit eingeschränkter Alltagskompetenz) und 3 in Anspruch genommen hatten, erhält nun die Einstufung in Pflegegrad 4.

Leistungen der Pflegekasse bei Pflegegrad 4:

  • Pflegegeld: 728 Euro
  • Pflegesachleistung: 1612 Euro
  • Zusätzliche ambulante Betreuung: 125 Euro
  • stationäre Pflege: 1775 Euro

Pflegegrad 5

Liegen schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung vor, werden Pflegebedürftige in Pflegegrad 5 eingegliedert. Im MDK Gutachten sind 90 bis 100 Gesamtpunkte festgehalten.

Dem Pflegegrad 5 werden Pflegebedürftige zugeordnet, die zuvor in der Pflegestufe 3 bzw. als „Härtefall“ eingestuft waren.

Die Pflegekasse zahlt bei Pflegegrad 5 901 Euro Pflegegeld, Pflegesachleistung in Höhe von 1995 Euro, für zusätzliche ambulante Betreuung 125 Euro, für stationäre Pflege: 2005 Euro

 

Pflegebedürftige Kinder

Eine Bewertung des Pflegegrades von pflegebedürftigen Kindern erfolgt durch einen Vergleich mit altersentsprechend entwickelten Kindern mit Blick auf die vorliegenden Beeinträchtigungen und die Selbstständigkeit. Sie werden folgendermaßen eingestuft:

  • Pflegegrad 2: 12,5 bis unter 27 Gesamtpunkte
  • Pflegegrad 3: 27 bis unter 47,5 Gesamtpunkte
  • Pflegegrad 4: 47,5 bis unter 70 Gesamtpunkte
  • Pflegegrad 5: 70 bis 100 Gesamtpunkte.