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Denkmalschutz und Barrierefreiheit

Denkmalschutz und Barrierefreiheit - das ist unter Umständen eine im übertragenden Sinn "konfliktreiche Beziehung". Die wachsende Zahl älterer Menschen, deren körperliche Kräfte und Fähigkeiten nachlassen, erfordert zunehmend eine technische und bauliche Anpassung des Wohnumfelds. Dabei geht um die Beseitigung von Barrieren durch enge Türen, Schwellen, steile Treppen und schwer gängige Bedienelemente für Fenster, um Kosten, die beim Energieverbrauch durch Einfachverglasung und mangelhafte Wärmedämmung von Außenwänden entstehen und um bauliche Strukturen, die im Pflegefall erforderlich sind.

 

Wichtig ist ebenfalls, dass Balkone erreichbar sind oder so angebaut werden können, dass sie mit Gehhilfen und Rollstühlen nutzbar sind. Bei denkmalgeschützter Bausubstanz können hier erhebliche Konflikte auftreten. Es mag zwar verständlich sein, dass der mit der Denkmalpflege verbundene Gedanke des Erhalts originaler Substanz und Anmutung bestimmter Restriktionen mit sich bringt. Diese sollten jedoch nicht dazu führen, dass ältere und behinderte Menschen in ihrer Lebensgestaltung massiv eingeschränkt werden. Bis dahin, dass sie die Umgebung, in der sie vielleicht schon aufgewachsen sind und der sie ihre sozialen Bindungen haben, aufgeben müssen.

 

Die Gesetzgebung zum Denkmalschutz geht derzeit kaum auf die Bedürfnisse der Nutzer ein, die im höheren Lebensalter und bei Behinderung persönlich Beschränkungen ausgesetzt sind und bauliche und technische Anpassungsmaßnahmen benötigen. Dieser Zustand kann in einer Gesellschaft nicht befriedigen, die zunehmend von dieser Gruppe geprägt wird. Eine der größte Herausforderungen ist, dass den Verantwortlichen für die Umsetzung der Denkmalpflege Kenntnisse über die besondere Bedingung der Lebensgestaltung älterer und behinderter Menschen, z. B. auch bei der Pflege, fehlen, und auf der anderen Seite das Wissen um den Wert und die Bedeutung des Erhalts originaler Bausubstanz und Baugestaltung nicht vorhanden ist.

 

Die Lösung dieses Konflikts bedarf des Dialogs beider Seiten, der Verständnis schafft für die jeweilige Position und zunächst die Freiräume nutzt, die in der aktuellen rechtlichen Situation gegeben sind. Mittelfristig wird es sicherlich notwendig werden, die rechtlichen Grundlagen in geeigneter Weise anzupassen. Dabei sollte die Achtung des Menschen und sein Wunsch, seine Lebensbedingungen nach seinen Bedürfnissen zu gestalten, im Mittelpunkt stehen. Das Projekt www.jung-wohnen-alt-werden.de der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald befasst sich aus ganzheitlicher Sicht mit dem System Denkmalpflege. Ziel ist es, durch Forschung, gruppenspezifische Weiterbildung, Modellversuche, Öffentlichkeitsarbeit, technische Entwicklung und Motivation, Beiträge für eine humangerechte, kostengünstige und zukunftsorientierte Gestaltung von Lebensumfeldern auch in der Denkmalpflege zu leisten. Die Verknüpfung wirtschaftlicher, sozialer und individueller humaner Aspekte stellt dabei ein Kernelement dar.

 

Kontakt: Nikolaus Teves, Geschäftsführer, Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, Projektleiter: www.jung-wohnen-alt-werden.de, B 1, 1-2, 68058 Mannheim, Tel. 0621-18002-155, teves@hwk-mannheim.de 20061106



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