Gastbeitrag zu Barrierefreiheit
Schriftzug: Megatrend Barrierefreiheit.

Gastbeitrag zu Barrierefreiheit

Im Rahmen eines Gastbeitrages im Hamburger Betreuungsjournal hat Diplom-Ingenieur Marco Gedert, Geschäftsführer des Portals barrierfrei.de, die Barrierefreiheit als Megatrend in der Gesellschaft thematisiert. Er zeigt in seinem Beitrag auf, worin er den stetig wachsenden Bedarf an Barrierefreiheit begründet sieht. Das Hamburger Betreuungsjournal behandelt im Schwerpunkt die Themen Barrierefreiheit, Mobilität und Teilhabe und möchte ehrenamtliche Betreuer und Bevollmächtigte in ihrer Arbeit unterstützen.

Marco Gedert beschreibt in seinem Text die Begrifflichkeit der „Barrierefreiheit“. Darunter stellten sich die Menschen früher etwas anderes vor als heute. „Barrierefreie Architektur“, das war für viele primär in einem Krankenhaus zu finden oder beispielsweise in einem Seniorenheim. Mit dem demographischen Wandel geht nach Einschätzung von Gedert die Gesellschaft aber neue Wege.

Wieso kann Barrierefreiheit jedem Menschen in seinem Alltag nutzen?

Marco Gedert verweist auf die demographische Entwicklung: Menschen haben heute – in Zukunft noch deutlicher – eine höhere Lebenserwartung. Die Zahl der Senioren in der gesamten Bevölkerung steigt. Damit verschieben sich die Bedürfnisse im Alltag der Menschen und damit verbunden auch die baulichen Anforderungen. Und das in allen erdenklichen Lebensbereichen und jedem Umfeld, in dem Menschen ihren Alltag bestreiten. Doch nicht nur für Senioren ist eine bauliche Anpassung von Vorteil, sondern auch für Kinder, zeigt sich Gedert im Gastbeitrag überzeugt. Da wo ein Kind leicht Zugang hat, komme auch der ältere Mensch bequemer hinein. Ebenso für Mütter mit Kinderwagen oder Menschen, die mit viel Gepäck unterwegs sind, sei eine barrierefreie Infrastruktur eine Erleichterung im Alltag.

Wie wirkt sich der demografische Wandel auf Barrierefreiheit aus?

Im Jahr 2030 soll laut dem Deutschen Zukunftsinstitut jeder Zehnte Mensch 75 Jahre oder älter sein. Auch wenn im medizinischen Bereich weiterhin Fortschritte gemacht werden, erfahren Menschen im Alter dennoch Einschränkungen, wie Marco Gedert beschreibt. Hier müssen sich die Lebensbereiche, ob privat oder öffentlich, angleichen. Deshalb ist bei Forschungsinstituten oft von einem Megatrend die Rede, ähnlich der zunehmenden Digitalisierung. Das Lebensumfeld soll für jeden einzelnen Menschen angenehm nutzbar sein. Egal, ob er geistige oder körperliche Einschränkungen hat, oder nicht. Gedert zufolge ist das gesetzlich im Grundgesetz verankerte Diskriminierungsverbot behinderter Menschen ein wichtiger Schritt. Menschen mit Beeinträchtigungen sollen Maßstab dafür sein, wie eine barrierefreie Ausgestaltung aller Lebensbereiche im privaten aussehen kann und im öffentlichen Bereich aussehen muss.