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06.01.2016 16:01 Uhr

USA: Selbstverständlich barrierefrei

Vor 25 Jahren ist in Amerika ein Gesetz in Kraft getreten, dessen Wirksamkeit sich heute für Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen positiv bemerkbar macht. Dank des „Americans with Disability Act“ ist der ungehinderte Zugang von behinderten Menschen zu allen Lebensbereichen in den USA heute eine Selbstverständlichkeit geworden. Nicht nur in der Arbeitswelt ist die Diskriminierung verboten. Das Gesetz schreibt explizit auch vor, die Barrierefreiheit von öffentlichen Einrichtungen zu verbessern. Im US-amerikanischen Alltag macht sich das heute überall bemerkbar. An den abgelegensten Orten gibt es behindertengerechte Toilettenanlagen. Ausflüge müssen nicht aufwendig organisatorisch vorgeplant werden, wenn ein Mensch im Rollstuhl dabei ist, weil die amerikanische Infrastruktur ein Vierteljahrhundert nach Inkrafttreten des Gesetzes auf die Belange von behinderten Menschen eingestellt ist. Barrierefreie Hotelzimmer sind ausreichend verfügbar, genauso wie Mietwagen mit Handgas-Bedienung.

 

„Deutschland hinkt in Sachen Barrierefreiheit immer noch hinterher“.

 

„Im Gegensatz dazu hinkt Deutschland in Sachen Barrierefreiheit immer noch deutlich hinterher“, kritisiert Diplom-Ingenieur Marco Gedert, der das Informations- und Serviceportal barrierefrei.de betreibt. Barrierefreiheit herzustellen sei in der Bundesrepublik nach wie vor eine Privatangelegenheit. Schätzt zum Beispiel eine Apotheke den Aufwand für die Herstellung eines barrierefreien Zugangs zu ihren Räumlichkeiten als zu aufwendig ein, ist sie nicht dazu verpflichtet, für ihre Kunden Barrierefreiheit herzustellen, zum Beispiel durch den Einbau einer Rollstuhlrampe, erklärt der Experte für barrierefreies Bauen und Wohnen. Mit den richtigen Argumenten könne man bauliche Veränderungen für mehr Komfort und einen ungehinderten Zugang für alle Menschen, unabhängig von ihren körperlichen und kognitiven Fähigkeiten umgehen, kritisiert Gedert und gibt damit auch den Inhalt von zahlreichen Gesprächen mit Besuchern der Internetplattform wieder.

 

Barrierefreiheit an Gebäuden des öffentlichen Lebens gesetzlich verpflichtend einfordern

 

Auch wenn Deutschland mittlerweile die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert habe, sei Barrierefreiheit keinesfalls wie in Amerika eine Selbstverständlichkeit, auch weil die Bundesrepublik sich weigere, das Fehlen zum Beispiel von schwellenlosen Zugängen zu Gebäuden als Diskriminierung anzuerkennen. Für Marco Gedert ist diese Sichtweise kurzsichtig: „Unsere Gesellschaft wird immer älter. Immer mehr Menschen sind auf Gehilfen wie Rollatoren oder Rollstühle angewiesen. Es ist an der Zeit, Barrierefreiheit an öffentlichen Gebäuden gesetzlich vorzuschreiben“, fordert der Fachmann, der sich dazu auch in einem Brief an die Bundesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen Verena Bentle gewandt hat.



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